Gesucht, gefunden, gekauft?

Bisher fungierte Google als Plattform, welche produktspezifische Informationen, Angebote und Preisvergleiche bietet. Doch nun greift der Konzerngigant an und positioniert sich zielstrebig im Bereich Marketplace.

Google Shopping Actions

Erste Betaversionen testet das Unternehmen bereits in den USA und seit 2019 auch in Frankreich. Unter dem Begriff “Google Shopping Actions” sollen nun auch ab 2020 in Deutschland Produkte angeboten und ohne Weiterleitung zum ursprünglichen Anbieter verkauft werden.

 

Google bietet innerhalb des Verkaufsprozesses seinen Zulieferern die notwendige Plattform der Produktpräsentation sowie eine eigene Bezahlabwicklung. Im Gegensatz zum Big Player Amazon liegt der Verantwortungsbereich “Fulfillment/Warenversand” jedoch weiterhin bei den jeweiligen Einzelunternehmen.
Ein reziprokes “geben und nehmen” bei dem der Suchmaschinenbetreiber pro verkauftes Produkt eine Provision erhält.

Neue Customer Journey über die Google-Suche

Bereits 2017 verhängte die EU-Kommission gegen Google eine Rekordbuße von 2,42 Milliarden Euro, da der Konzern seine marktbeherrschende Position ausnutze und seinen eigenen Diensten einen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern einräumte.

 

Mit der Integration des neuen Segments Marketplace kann der Vergleichsdienst vermutlich einfacher seinen Vorteil als beliebteste Suchmaschine nutzen. Viele User gingen bisher bei der Produktsuche vorerst über die Google-Suche und bestellten anschließend den Artikel bei den Plattformen Amazon oder Ebay. Diesen Kunden wird zukünftig innerhalb des ersten Touchpoints “Google-Search” mit Hilfe des eigenen Google Kontos eine unkomplizierte Kaufabwicklung geboten. Aber wird diese neue Customer Journey über die Google-Suche überhaupt genutzt?

Doch was bedeutet das für den Konkurrenten Amazon?

In Sachen Marketplace macht Amazon so schnell niemand etwas vor. Der Marktführer ist bekannt für Verlässlichkeit sowie Rekordgeschwindigkeit im Bereich Lieferung. Vor allem die Versandmöglichkeit “Same Day Delivery” und ein allumfassendes Produktsortiment hat dem Internetriesen einen hohen Anteil an Stammkunden eingebracht. Ob Google hier einen relevanten Anteil erreichen kann, wird auch davon abhängen, wie gut die Kommunikation der Versandwege innerhalb der Google-Plattform abgebildet wird und wie stark sich die unterschiedlichen Lieferanten an Ihre kommunizierten Zeiten halten werden.

 

Ein spannender Wettlauf zweier Giganten, welcher neue Ansprüche an Händler stellt. Denn der zusätzliche Marketplace ist in der Verkaufsstrategie gesondert zu betrachten. Spezifische Anforderungen sowie Unterschiede in der Systemanbindung unterscheidet Google von seinen Wettbewerbern.

 

Abschließend stellt sich noch die Frage, ob Google gerade für neue Produkte ein attraktiveres Umfeld im Marktplatzsegment darstellt als Amazon.

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